Die größten Weihnachtshits - Sonderfolge - Berühmt. Begehrt. Beneidet.

Shownotes

Wer ist euer Lieblingsstar? Über wen wünscht ihr euch eine ganze Folge? Wir freuen uns auf eure Vorschläge und Anregungen. Schreibt uns doch gerne an: office@filmtown-studios.de

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Berühmt. Begehrt. Beneidet. – Die größten Weihnachtshits

Podcast über Weihnachtsmusik, Prominente & die Geschichten hinter den größten Weihnachtssongs

Podcast Hosts: Jan Vogelgesang & Manja BochmannProduktion: filmtown studiosThemen: Weihnachtshits, Musikgeschichte, Promis, Popkultur, Song-Entstehung

Podcast-Intro | Weihnachts-Sonderfolge

JAN:Herzlich willkommen zur allerersten Folge von „Berühmt. Begehrt. Beneidet.“ – dem Podcast über Prominente, Musiklegenden und die Geschichten hinter großen Hits.Ich bin Jan.

MANJA:Und ich bin Manja.

JAN:In diesem Podcast sprechen wir über das Leben der größten Stars – über Ruhm, Erfolg, Neid, Druck und den berühmten Wahnsinn im Rampenlicht. Egal ob Pop-Ikone, Filmstar oder Musiklegende: Wir zeigen, was sie berühmt, begehrt und beneidet macht – und was oft im Verborgenen bleibt.

MANJA:Bevor ihr uns ab Mitte Januar wöchentlich hören könnt, gibt es heute eine Weihnachts-Sonderfolge.Denn ob beim Plätzchenbacken, Weihnachtsmarkt oder Geschenke-Shopping – Weihnachtshits laufen überall.

Die größten Weihnachtshits – Hintergrund & Geschichten

JAN:Heute nehmen wir die erfolgreichsten Weihnachtssongs aller Zeiten unter die Lupe.Unsere Top 7 der größten Weihnachtshits – mit Geschichten, Fun Facts, Drama und überraschenden Details.

Platz 7 – Feliz Navidad | José Feliciano

JAN: Wir starten mit einem Song, der gefühlt mit acht Wörtern die halbe Welt erobert hat. Der Song, den alle nach dem dritten Glühwein perfekt mitsingen können, obwohl sie kein Spanisch sprechen. Unser Platz 7: „Feliz Navidad“ von José Feliciano. Und Hand aufs Herz: Wer von euch brummelt den englischen Teil einfach weg?

MANJA: Wenn ihr jetzt im Auto oder in der Küche nickt – ihr seid nicht allein. Hinter diesem simplen Ohrwurm steckt allerdings eine ziemlich harte Lebensgeschichte. José wird 1945 in Puerto Rico geboren und ist von klein auf blind. Die Familie hat wenig Geld und wandert später in die USA aus, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

JAN: Während andere Jungs draußen Bälle kicken, sitzt José als Kind stundenlang mit einer billigen Gitarre in seinem kleinen Zimmer und bringt sich das Spielen selbst bei. Damals musste man ohne YouTube-Tutorial auskommen. Und einen Gitarrenlehrer konnte sich die Familie natürlich auch nicht leisten. Mit neun steht José auf der Schulbühne, mit siebzehn spielt er in Bars, in denen sich viele mehr fürs Bier als für seine Balladen interessieren. Das war ziemlich frustrierend für ihn, aber er gibt nicht auf…

MANJA: Und dann kommt der Moment, der Josés Leben verändern wird: Ende der 60er Jahre covert er „Light My Fire“ von The Doors – und macht daraus eine Latin‑Soul‑Nummer. Der Song wird ein Hit, José wird weltweit bekannt. Und genau dieser Typ schreibt später „Feliz Navidad“. Und jetzt wird's spannend: Viele denken ja, „Feliz Navidad“ ist so ein uralter, traditioneller Weihnachtssong. Stimmt aber nicht.

JAN: Nee, das ist kein Volkslied aus dem 18. Jahrhundert, sondern ein bewusst einfach komponierter Song aus dem Jahr 1970. José sagt, er wollte etwas schreiben, das sowohl Spanisch- als auch Englischsprechende mitsingen können – ohne komplizierten Text.​​ Mit gerade mal 25 schrieb er den Song, der angeblich in knapp zehn Minuten aus seiner Feder floss. Auf Spanisch wünscht er „Feliz Navidad“, auf Englisch „Merry Christmas“. Simpel, aber genial.

Manja: Absolut. Er nimmt die einfachste Kombination: „Feliz Navidad“ plus „Ich möchte dir frohe Weihnachten wünschen“. Mehr braucht's nicht. Dazu dann noch ein bisschen Mariachi-Feeling, akustische Gitarre, fröhliche Trompeten – fertig ist der Evergreen. Und das Beste: Der Song war am Anfang gar kein Riesenknaller. Er ist über Jahrzehnte langsam gewachsen, wie so ein Weihnachtskaktus, der jedes Jahr ein bisschen größer wird.

JAN: Inzwischen gehört er aber zu den meistgespielten Weihnachtssongs weltweit, wird lange gecovert und ist in unzähligen Filmen und Werbespots zu hören. Wenn heute irgendwo „Feliz Navidad“ läuft, verdient José – der Mann mit der 10‑Dollar‑Gitarre – immer noch fleißig mit.​

MANJA: Was ich an seiner Geschichte so krass finde: Jemand, der blind zur Welt kommt, in Armut aufwächst, sich alles selbst erkämpft – und dann mit einem der fröhlichsten Weihnachtssongs der Welt, quasi dem Weihnachs-Allzweck-gruß Menschen in Einkaufszentren, Küchen und Taxis gleichzeitig in Stimmung bringt.

JAN: Stellt euch Weihnachten bei Familie Feliciano vor: kleine Wohnung, viel Familie, Reis, Bohnen, Rum, Gitarre – und dieser Song, ursprünglich nur als kleines „Frohe Weihnachten“ an seine Fans gedacht. Und zack: Jahrzehnte später ist dieses Lied der Soundtrack zu Plätzchenteig und Bürokeksen weltweit.​

MANJA: Wenn ihr das nächste Mal „Feliz Navidad“ grölt, denkt an den Jungen, der die Welt über sein Gehör verstanden hat. Und an die Plattenbosse, die vermutlich keine Ahnung hatten, dass dieser simple Song ihnen auch noch lange die Weihnachtskasse füllt.

JAN: Vom lateinamerikanischen Weihnachtsgruß geht’s jetzt zu Afro, Glitzeranzug und einer Kinderstimme, die später zur berühmtesten Popstimme der Welt wird. Unser Platz 6 stammt von einer Familie, bei der der Vater aus den Söhnen eine echte Hitfabrik gemacht hat… mit einem kleinen Jungen, der später zum King of Pop wurde. Und ist euch längst klar, um wen es geht, oder? Kurz habt ihr noch Zeit zum Raten…

Platz 6 – Santa Claus Is Coming To Town | Jackson 5

Michael Jackson Weihnachten & Musikgeschichte

MANJA: „Santa Claus Is Coming To Town“ – unser Platz 6 – ist eigentlich ein uralter Klassiker, aber in der Version, über die wir jetzt reden – interpretiert von den Jackson 5. Und mittendrin: Ihr habt es sicherlich erraten ein kleiner Michael Jackson, vielleicht zwölf, dreizehn Jahre alt, mit einer Stimme, die so klar und emotional ist, dass du direkt Gänsehaut bekommst – selbst, wenn du Weihnachten eigentlich hasst.

JAN: Der Song selbst stammt schon aus den 30ern, wurde hundertfach gecovert, aber die Jackson‑5‑Version aus den frühen 70ern hat ihn für eine ganze Generation neu definiert: Soul, Funk, so gesehen der absolute Weihnachtszuckerschock.​

Um zu überprüfen, warum diese Version so besonders ist, müssen wir kurz ins Leben der Jacksons eintauchen. Wir sind in Gary, Indiana: einer Arbeiterstadt ohne Glamour mit viel Stahlindustrie. Neun Kinder leben hier mit ihrer stark gläubigen Mutter und dem knallhartem Vater Joe.

MANJA: Joe Jackson war alles andere als ein Weihnachtsmann. Er war der Manager, Drillsergeant und auch jemand, vor dem die Kinder ziemlich Angst hatten. Es gibt viele Berichte darüber, wie er sie angeschrien, mit dem Gürtel geschlagen und zu stundenlangen Proben gezwungen haben soll.​

Gleichzeitig hat er aber ein unglaubliches Talent in seiner Familie entdeckt – vor allem in Michael. Er erkennt: Diese Stimme, diese Bühnenpräsenz, dieses Charisma – damit kann man die Familie aus der Armut holen.

JAN: Also werden die Jackson 5 zur kleinen Musikfabrik. Tagsüber Schule, nachmittags Proben, abends Auftritte in Clubs, die sie offiziell nicht mal hätten betreten dürfen, weil sie dafür viel zu jung waren. Michael tanzt auf biergetränkten Bühnen, während Erwachsene am Rand Billard spielen und Whiskey kippen.

MANJA: Ende der 60er unterschreibt die Familie bei dem Musiklabel Motown. Und jetzt geht es richtig los. Ab dem Zeitpunkt wird aus dem chaotischen Familienprojekt eine professionelle Popmaschine. Hits wie „I Want You Back“, „ABC“ und „I'll Be There“ ballern sich durch die Charts.

JAN: Und dann kommt das Weihnachtsalbum: „Jackson 5 Christmas Album“ raus. Darauf eben auch „Santa Claus Is Coming To Town“ – aber nicht brav und süß, sondern mit richtig viel Soul und Funk.​ Hört euch mal den Anfang an: Die Bläser, der Groove, dieses „You better watch out…“ mit einem Michael, der klingt, als würde er persönlich mit Santa Claus im Backstage sitzen.

MANJA: Ein kleiner Fun Fact an der Stelle.: Bei den Aufnahmen war Michael teilweise so müde von Tour und Schule, dass er im Studio zwischen den Takes auf dem Sofa eingeschlafen ist. Dann wurde er geweckt, stand auf, hat gesungen wie ein Engel – und ist danach direkt wieder eingepennt.

JAN: Und obwohl der Song so fröhlich klingt, muss man sich klar machen: Für die Jackson-Kinder gab es an Weihnachten nicht nur Geschenke, sondern vor allem Druck. Sie wussten: Je erfolgreicher wir performen, umso mehr Geld kommt rein, desto besser geht's der Familie. Später erzählt Michael in Interviews, dass er sich oft nach einer „normalen Kindheit“ gesehnt hat – mit Schneemannbauen und Rumlümmeln vorm Fernseher. Stattdessen: Studios, Auftritte, Proben, Interviews und eben ein tyrannischer Vater.

MANJA: Und vielleicht ist das genau der Grund, warum „Santa Claus Is Coming To Town“ mit Michael so besonders klingt. Da singt nicht nur ein Kind darüber, dass der Weihnachtsmann kommt – da hörst du auch einen Jungen, der sich insgeheim wünscht, dass jemand für ihn mal da ist.

JAN: Trotzdem: Dieser Song ist mittlerweile in unzähligen Weihnachtsfilmen, Werbespots und Playlists zu Hause. Wenn die Jackson‑5‑Version läuft, fühlen sich viele sofort in ihre eigene Kindheit zurückgebeamt – unabhängig davon, wie die wirklich war.​

Und wie krass ist das bitte: Ein Junge, der kaum Zeit zum Spielen hatte, schenkt Millionen Menschen bis heute dieses Gefühl von unbeschwerter Kindheit an Weihnachten.

MANJA: Vielleicht ist das der Grund, warum die Jackson‑5‑Version so berührt: Da singt ein Kind über den Weihnachtsmann, trägt aber schon die Last eines kleinen Stars. Wenn ihr den Song das nächste Mal hört, fragt euch: Singt da gerade der glücklichste Junge der Welt – oder der einsamste im hellsten Scheinwerferlicht?

Platz 5 – Rockin’ Around The Christmas Tree | Brenda Lee

Brenda Lee Weihnachtslied & Musik-Fun-Facts

JAN: Von Funk und Familien-Drill geht’s jetzt zu einem Song, der jedes Wohnzimmer in eine Tanzfläche verwandelt. Platz 5: „Rockin’ Around The Christmas Tree“ von Brenda Lee. Ein Titel, der seit fast 70 Jahren dafür sorgt, dass Leute mit Plätzchen in der einen und Punsch in der anderen Hand sofort drauf lostanzen.

MANJA: Aber sowas von! Kommen wir dennoch mal zur Original-Intepretin - Und springen wir mal zurück in die 50er Jahre! Kleines Mädchen, großes Talent. Brenda Lee, geboren 1944 in Georgia, USA, hat schon früh gezeigt, dass sie absolutes Talent hat.

JAN: Hättest du gedacht, dass Brenda Lee gerade mal 13 war, als sie „Rockin' Around The Christmas Tree“ aufgenommen hat? Ist übrigens ein schöner Zungenbrecher. In dem Alter hätte ich mich vor kein Mikro getraut, dafür ja jetzt .​ Und trotz ihrer 13 Jahre hat Brenda den Song von Anfang an gerockt – wortwörtlich! Sie war nämlich eine der wenigen jungen weiblichen Stars der Rock 'n' Roll-Ära.

MANJA: Das Coole an ihr: Sie hatte eine Stimme, die sowohl Power als auch sanfte Töne liefern konnte. Kein Wunder, dass sie schon mit zwölf ihre erste Single rausgebracht hat.

JAN: „Rockin' Around The Christmas Tree“ wurde 1958 veröffentlicht und hat bis heute fast nichts an Schwung und Dynamik verloren. Der Song ist so lebendig, dass du beim Hören glaubst, du musst sofort auf der Tanzfläche Gas geben!

MANJA: Und jetzt der Knaller: Der Song wurde in Nashville aufgenommen – mit einer Menge der besten Studiomusiker der damaligen Zeit. Sogar ein erst 10-jähriger Schlagzeuger hat damals mitgeklappert!

JAN: Genau, Omar Clay – der wurde dann später ein gefeierter Jazz- und Studiomusiker. Seine ersten Beats auf diesem Klassiker – davon träumen heute wohl noch viele Schlagzeuger. Ob er damals vielleicht sogar im Studio ein Spielzeug dabeihatte? Brenda jedenfalls hatte immer eins bei sich: ihre Barbiepuppe.

MANJA: Stimmt, bei den Aufnahmen sollte sie die Puppe vom Lampenfieber ablenken. Von wegen coole Rocklady! Aber das zeigt, dass hinter dem perfekten Swing oft noch ein unschuldiges Kind steckt. Und genau dieses Zusammenspiel ist es, das den Song so einzigartig macht.

Weltweit toppte der Song sogar die Billboard Hot 100, als Brenda mit 78 bzw. 79 die älteste Künstlerin wurde, die je Nummer 1 schaffte. Zum 65-jährigen Jubiläum hat Brenda selbst ein neues Video rausgehauen, das auf TikTok viral ging.

JAN: Heute, mit 81, geht sie logischerweise nicht mehr groß auf Tour, tritt aber weitehrin gelegentlich auf und veröffentlicht außerdem digitale Projekte, ist also immer noch „on fire“: ihr alter Superhit dominiert auch heute weiter die Streaming-Charts jedes Jahr aufs Neue – fast so sicher wie der Lebkuchen Ende Oktober, könnte man sagen…

MANJA: Genau deshalb lieben viele Weihnachtshits: Sie verbinden Nostalgie, Freude und leicht chaotisches Familienleben. Apropos Nostalgie – wir bleiben bei großen Gefühlen und springen jetzt direkt in den Schnee der 80er.

Platz 4 – Driving Home For Christmas | Chris Rea

Driving Home for Christmas Geschichte & Entstehung

JAN: Platz 4 ist der Soundtrack für alle, die an Weihnachten erstmal im Stau stehen. „Driving Home For Christmas“ von Chris Rea – der Song für beschlagene Scheiben, endlose Autobahnen und das Navi, das sich denkt: „Such dir deine Ausfahrt doch selbst.“​ Chris Rea, der britische Singer-Songwriter mit der rauchigen Stimme, schrieb den Song in den 80ern – inspiriert von einer echten Autofahrt nach Hause zu Weihnachten.

MANJA: Eigentlich war das doch alles eher nervig: Schnee, Verkehr, Gedrängel. Kaum zu glauben. Aus dieser Mischung aus Stress und Vorfreude entstand dann dieser gemütliche Ohrwurm.​ Und musikalisch ist der Song fast wie ein warmer Pulli: entspannter Groove, dezente Instrumente, kein großes Brimborium.

JAN: Damals war Chris Rea 27 Jahre alt und fuhr mit seiner Frau Joan von London nach Middlesbrough. Übrigens fuhr sie den alten Austin Mini, da er seinen Führerschein verloren hatte und pleite war – eine Zugfahrt konnte er sich nicht leisten. Er summte „We're driving home for Christmas“, schrieb den Text auf und lagerte ihn zunächst in einer „Kiste mit unfertigen Ideen“, weil er sich als „ernsthafter Musiker“ sah und kein Weihnachtslied schreiben wollte. Das fand er damals eher uncool…

MANJA: Der Song wurde erst 1986 veröffentlicht (als B-Seite, später neu arrangiert), zu einem Zeitpunkt, als Rea beruflich am Tiefpunkt war: Plattenvertrag auslaufend, sein Manager kündigt und er war finanziell am Boden. Trotz anfänglicher Skepsis wurde „We're driving home for Christmas“ ein Dauerbrenner, bringt ihm jährlich ca. 230.000 € ein und ist in Deutschland ein Radio-Evergreen. Rea sang ihn live erst 2014 (London, mit Kunstschnee), da er ihn lange vermied.​

JAN: Zum Glück, denn heute hast du sofort das Bild vor Augen, wie jemand im Auto sitzt, Radiosender durchzappt und sich auf die erste heiße Schokolade daheim freut.​ Das Schöne ist, wie alltäglich die Geschichte dahinter ist. Kein Glitzer, keine großen Bühnen – einfach die Sehnsucht, an Feiertagen dort anzukommen, wo die Lieblingsmenschen sind. Vielleicht auch der einzige Weihnachtssong, bei dem man denkt: „Ja, genau so fühlt sich die A3 am 23. Dezember an.“​

MANJA: Also, wenn ihr dieses Jahr im Stau steht – atmet durch, dreht „Driving Home For Christmas“ auf und seht es als kleines, musikalisches Gruppen-Coaching für alle, die gleichzeitig versuchen, rechtzeitig zum Essen da zu sein.​

Platz 3 – Wonderful Dream (Holidays Are Coming) | Melanie Thornton

Coca-Cola Weihnachtslied Hintergrund

JAN: Und weiter geht´s mit Platz 3. Der gehört einer Stimme, die in Deutschland zu Weihnachten praktisch zum Pflichtprogramm gehört: „Wonderful Dream (Holidays Are Coming)“ von Melanie Thornton. Spätestens seit der berühmten Coca-Cola-Weihnachtswerbung ist der Hit nicht mehr aus der Adventszeit wegzudenken.

MANJA: Absolut. Vielleicht erst mal kurz zur Entstehung: Der Song „Wonderful Dream (Holidays Are Coming)“ wurde 2001 speziell für eine Coca-Cola-Kampagne aufgenommen. Melanie Thornton hat den Song damals kurz vor ihrem Tod eingesungen.

JAN: Genau – die tragische Geschichte kennt kaum jemand. Melanie Thornton war davor die Stimme des Duos La Bouche, mit Hits wie „Be My Lover“. 2000 hat sie dann eine Solo-Karriere gestartet. Am 24. November 2001 ist sie leider bei einem Flugzeugabsturz in der Schweiz gestorben, mit 34 Jahren. Nur wenige Tage nachdem sie „Wonderful Dream“ eingespielt hatte.

MANJA: Das macht den Song natürlich noch emotionaler. Und trotzdem hat er einen sehr fröhlichen Charakter – diese Mischung aus Soul, Pop und Weihnachtsfeeling. Im Musikvideo sieht man Melanie auch im Tonstudio, und es hat wirklich noch was Greifbares, Echtes.

JAN: Das spiegelt sich auch im Erfolg wider: Erstmals kam „Wonderful Dream“ im Winter 2001 in die Hitlisten – und seitdem kehrt der Titel jedes Jahr zurück in die deutschen Singlecharts. Mittlerweile hat er sich mehr als eine Million Mal verkauft und zählt laut GfK zu den erfolgreichsten deutschen Weihnachtssongs überhaupt.

MANJA: In den offiziellen deutschen Singles-Download- und Streamingcharts hat er immer wieder Platzierungen in den Top 10 erreicht, und in der Liste der meistverkauften Weihnachtssongs in Deutschland liegt er auf den absoluten Topplätzen.

Und das Erstaunliche ist, dass der Song eigentlich als Werbejingle gestartet ist. Das berühmte „Holidays Are Coming“ aus dem Coca-Cola-Spot gibt es in ganz vielen Sprachversionen, aber Melanie Thorntons Version hat sich komplett verselbstständigt.

JAN: Es gibt übrigens zahlreiche Cover, z.B. von Namika (ihr wisst schon die auch „Lieblingsmensch“ gesungen hat) aber das Original bleibt eben unerreicht. Das liegt sicherlich auch an Melanie Thorntons besonderer Stimme – sie hatte diese Mischung aus Power und Wärme. Melanie ist in South Carolina, USA geboren, hat aber einen Großteil ihrer Karriere in Deutschland verbracht – kein Wunder, also dass ihre Songs hier so beliebt sind. Mit La Bouche war sie schon Mitte der 90er erfolgreich, aber „Wonderful Dream“ ist wohl ihr größtes Vermächtnis.

MANJA: Vielleicht berührt der Song deshalb so sehr: Man hört nicht nur einen Weihnachtsjingle, sondern auch ein Vermächtnis. Eine Stimme, die viel zu früh verstummt ist, begleitet jedes Jahr Millionen Menschen durch die Adventszeit.

Wenn ihr das nächste Mal die Werbung seht und der Song startet, denkt daran: Hinter dem glitzernden Spot steckt eine echte Geschichte, eine echte Künstlerin – und ein Hit, der auch ohne Trucks funktioniert.

Platz 2 – Last Christmas | Wham!

Last Christmas Bedeutung, George Michael & Erfolg

JAN: Und jetzt, liebe Weihnachts-Party-People, Platz 2! Der Song, den ihr schon vor Heiligabend im Fahrstuhl, beim Supermarkt-Einkauf und unter dem Baum hört – egal, ob ihr ihn liebt oder hasst... „Last Christmas“ von Wham! Darf na logo nicht fehlen.

Zwei Jungs aus London, die mit diesem Hit nicht nur die Charts, sondern auch jedes Weihnachtsfest seit den 80ern erobern.

MANJA: Aber mal ehrlich: Wer hat nicht schon mal versucht, „Last Christmas“ den ganzen Tag zu vermeiden – und scheitert kläglich?

JAN: Ja, das ist in der Tat kaum möglich. Aber ich mag den Song erhlich gesagt immer noch. Man muss ihn halt gut dosieren.

MANJA: Doch hinter diesem Ohrwurm steckt mehr Drama als in eurem Familien-WhatsApp-Chat vor Weihnachten.​

JAN: Alles beginnt 1963 in London. Georgios Kyriacos Panayiotou

– später George Michael – kommt in einer griechisch-britischen Familie zur Welt. Sein strenger Papa will dass er Medizin studiert, seine gläubige Mama wird später sein größter Fan werden und fast jeden Artikel über ihn sammeln.

Als George mit 11 Jahren an eine neue Schule kommt, lernt der damals schüchterne Junge Andrew Ridgeley kennen. Der wird schnell seine bessere Hälfte, sein bester Freund.

MANJA: Sie sind von da an unzertrennlich – wie Ron und Harry aus Hary Potter, aber mit mehr Glitzer und dem Ziel, die Welt zu erobern. Gemeinsam gründeten sie 1979 Wham! Eines der größten Popduos der 80er.

JAN: 1984 schreiben sie „Last Christmas“ in einer Nacht – Und jetzt der Weihnachts-Hammer: „Last Christmas“ sollte eigentlich „Last Easter“ heißen und zu Ostern erscheinen! Das Musikvideo, gedreht im winterlichen Saas-Fee, Schweiz, ist legendär – nicht zuletzt wegen der ausgelassenen Schneeballschlachten und wie man munkelt dem einen oder anderen Glühwein zu viel am Set.

MANJA: Fun Fact: Das Model Kathy Hill, die im Video mitspielt, war damals die erfahrenere Frau, die den jungen George im wahren Leben verführte – und später fallen ließ. So munkelt man zumindest.

Wer Drama will, hört hier genau hin! Ich habe mich immer gefragt, ob die anderen im Video echte Freunde von den beiden da waren?

JAN: Da sind einige extra für den Dreh angereist und außer Kathy Hill waren noch die Backgroundsängerinnen Pepsi & Shirlie dabei. Die später mit Songs wie „Heartache“ oder „Goodbye Stranger“ selbst kurze Zeit sehr erfolgreich waren. Aber dann eben auch wieder weg von der Bildfläche…

MANJA: Song und Video sind wunderbar romantisch. Und doch steckt hinter diesem Superhit viel Schmerz – George kämpfte zu dieser Zeit mit Liebeskummer, seiner Sexualität und dem Druck, der Berühmtheit. Trotz seines Erfolgs empfand er sich oft allein.

Jan: Als „Last Christmas“ damals rauskam, schaffte der Song es „nur“ Platz 2 und das machte George Michael rasend: Er wollte Platz 1 sein und war damit absolut unzufrieden. Aber im Laufe der Jahrzehnte dürfte ihn getröstet haben, dass „Last Christmas“ bis heute ein finanzieller Dauerbrenner ist. Der bringt der Familie Michael jährlich schätzungsweise eine Millionen Dollar ein. Andere Quellen sagen sogar: deutlich mehr.

Und es ist schon auch bitter, dass George ausgerechnet am 25. Dezember 2016 verstirbt, während der Song im Radio in Dauerschleife läuft. Er wird nur 53 Jahre alt.

MANJA: Bestes Beispiel für „Berühmt und Beneidet“! Ein Hit, der nach 40 Jahren immer noch Geld druckt. Aber das war es natürlich noch nicht denn jetzt kommt Platz 1 und die Queen, die Weihnachten zur eigenen Marke gemacht hat…

Platz 1 – All I Want For Christmas Is You | Mariah Carey

Erfolgreichster Weihnachtssong aller Zeiten

JAN: „All I Want For Christmas Is You“ - Mariah Carey: Die unangefochtene Nummer 1 seit vielen Jahren! Und na logo, wir müssen über die Diva aller Diven sprechen. Spätestens ab erstem Dezember kann die sich jährlich nämlich immer wieder über seeehr viel Kohle freuen…

MANJA: Da hast du recht. Die Kasse klingelt jedes Jahr wieder: 2,5–3 Millionen Dollar jährlich nur durch diesen Song. 2 Milliarden Spotify-Streams. Dafür wird sie von ihren Musiker-Kollegen massiv beneidet.​ Aber was viele gar nicht auf dem Schirm haben, wenn sie an die superstarke Diva denken, Mariah ist nicht in irgendeinem glamourösen Käfig aufgewachsen, sondern in echt knallharten Verhältnissen. In einer Patchwork-Familie mit wenig Geld, unter ständigem Stress und Streit zu Hause.

JAN: Als Kind flüchtet sie in die Musik, singt stundenlang vor dem Spiegel und übt ihre berühmten hohen Töne. Ihre Mutter, selbst ausgebildete Sängerin, nimmt sie mit auf kleinere Auftritte. Über Backgroundjobs in New Yorker Clubs und als Sängerin bei unterschiedlichen Projekten kommt sie schließlich an ihren ersten Plattenvertrag – der Startschuss für eine Karriere, die alle Erwartungen sprengt.​

MANJA: Dann landet sie im goldenen Käfig: Tommy Mottola, mächtiger Plattenboss, wird ihr Förderer und später ihr Ehemann – und kontrolliert vieles in ihrem Leben. Kleidung, Auftritte, musikalische Richtung, alles muss massentauglich sein. Mariah nennt ihr gemeinsames Anwesen später „Sing Sing“, angelehnt an ein Gefängnis.​

JAN: Trotzdem setzt sie sich durch, auch gegen seine Zweifel an einem eigenen Weihnachts-Popsong. In den 90ern schreibt sie „All I Want For Christmas Is You“ – ein moderner Weihnachtstitel, der damals gar kein sofortiger Mega-Erfolg ist, aber über die Jahre dann immer größer wird.​

MANJA: Private Krisen, berufliche Brüche, gesundheitliche Probleme – Mariah erlebt viel Absturz neben all dem Glitzer. Umso bemerkenswerter, dass sie später offen über ihre psychischen Belastungen spricht und sich aus toxischen Strukturen löst.​

JAN: Aber sie ist nicht nur der Star mit dem größten Weihnachts-Hit, Mariah hat bis heute über 217 Millionen Tonträger verkauft. Während die einen die heute 56jährige bewundern und für ihren Dauerbrenner jedes Jahr an Weihnachen aufs Neue feiern, geht sie den Anderen mit ihrer divenhaften Attitüde auch schon mal auf die Nerven…

MANJA: Und genau das macht sie zum perfekten Platz 1 für unseren Podcast: berühmt, begehrt, beneidet – aber eben auch mit vielen Brüchen im Hintergrund. Der Song klingt nach „Alles ist perfekt“, obwohl ihr Weg genau das nicht war.

JAN: Aus einfachen Verhältnissen auf den Pop-Thron – Celine Dion soll Mariah übrigens mal gefragt haben: „Wie machst du das? Ein Weihnachtssong, der 30 Jahre später immer noch die Nummer 1 ist?“ Mariahs Antwort: „Schreib einfach einen. Aber pass auf – der frisst dein Leben.“​

Podcast-Outro | Weihnachtsfolge

MANJA:Diese Weihnachtsfolge zeigt: Hinter den größten Weihnachtshits stecken echte Lebensgeschichten – voller Höhen, Tiefen und Wendepunkte.

JAN:Abonniert „Berühmt. Begehrt. Beneidet.“, damit ihr ab Mitte Januar keine Folge verpasst.Dann sprechen wir jede Woche über Promis, Musik, Film und Popkultur.

JAN & MANJA:Frohe Weihnachten!

Kommentare (10)

Claudi070787

Hallo ihr Zwei. Danke für den neuen Podcast. Ich hoffe, ihr macht künftig nur einen Promi pro Folge und nicht ne Mischung. Dann könnte ich Fan werden :-)

Carsten T.

Wham ist seit heute wieder auf Platz 1. vor Mariah in den Charts. Krase Story.

Cathleen

Tolle Episode. Viel Glück für euch

Super sandy

Hab s gestern schon gehört und heute totale ohrwürmer gehabt. Danke dafür. Ich mag euch und wünsche viel Erfolg

Kathy

Ja, bitte eine Folge über die Diva aller Diven - für mich klar Celine Dion. Allein ihr Auftritt in Paris bei Olympia - Gänsehaut!

Manu die I.

Hohoho. Angenehm, euch zuzuhören. Wollt ihr mal was über Madonna, Kim Wilde oder Cindy Lauper machen. Fänd ich cool…

Katta

Au ja, endlich ein promipodcast für alle Bereiche. Ich fänd eine Folge toll über Udo Lindenberg oder Sarah Connor. Danke

Jaden Ricks

Hat mir gut gefallen. Gern mehr davon. Danke für diese erste unterhaltsame Episode sagt Jaden

Karin Sauer

Hey, das ist ja toll. Bin jetzt richtig drin im Christmas-Fieber. Ich mag es, wie ihr erzählt. Freue mich auf neue Folgen

Kai Saume

Cool, das macht richtig Bock. Mehr davon. Ich bin auf jeden Fall dabei.

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